Donnerstag, 31. August 2023

Elbe

29. bis 31. August ▪ Lübeck - Artlenburg bei Lauenburg an der Elbe - Hitzacker - Schnackenburg, 80 km + 58 km + 62 km

Heute fuhren wir entlang des Lübeck-Elbe-Kanals nach Lauenburg. Mal sehen, wie lange wir noch Lust haben, in Deutschland zu radeln...

Der 70 km lange Kanal wurde um 1900 gebaut und bindet Lübeck an die Elbe an. Damit wollte man gegen Hamburg bestehen. Heute hat der Kanal untergeordnete Bedeutung für die Schifffahrt. Der neben dem Kanal verlaufende Weg war durchgehend nicht asphaltiert. 70 km reichen dann erst einmal.

Unterkunft fanden wir in einem Gasthaus mit guter Hausmannskost an der Elbe.

Am nächsten Tag ließen wir es uns auf dem Elberadweg gut gehen. Immer wieder schön, die Landschaft, die tollen Radwege, die Infrastruktur, dies ist entspanntes Radeln und Genießen. 
Ziel war das Städtchen Hitzacker, wo wir in einem liebevoll sanierten historischem Haus übernachteten.
Ein weiterer Tag auf dem Elberadweg führte uns nach Schnackenburg. Dies ist die kleinste Stadt in Niedersachsen, eigentlich eher ein Dorf. Zum obligatorischen Kaffeetrinken setzten wir mit der Fähre auf die andere Elbseite über, wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee.

Wir schliefen in der alten Schule, zusammen mit sehr vielen Radfahrern. Abends wurde gegrillt.

Montag, 28. August 2023

Rückreise nach Deutschland

27. und 28. August ▪ Helsinki - Travemünde - Lübeck, Fähre und Zug, 40 km Rad

Vom Hotel zur Fähre waren es noch einmal 20 abwechslungsreiche Kilometer. Wir fuhren gemütlich und waren doch etwas traurig, dass wir Finnland verlassen.

Angekommen am Hafen trafen wir viele andere Radler, mehr, als auf unseren letzten Reisen.

Bei unserem "traditionellen" Ausflug zum Aussichtspunkt am Hafen wurden wir ordentlich durchgeweicht, es goss wie aus Gießkannen. 
Die Fähre bietet den gewohnten Komfort, essen, ausruhen, Musik hören, Fitnessstudio.
alles ist nass

Wir hatten viele interessante Begegnungen, z.B. einem Nordkapradler, dem im Tunnel der Bowdenzug der Schaltung gerissen war, einem Paar aus Åland (wir erfuhren viel neues über diese Inselgruppe zwischen Finnland und Schweden) und 4 Lehrern, die uns über ihren Berufsalltag berichteten.

Abends fuhren wir mit dem Rad nach Lübeck, die völlige Dunkelheit ist nach langer Zeit ungewohnt für uns.

Samstag, 26. August 2023

Rückkehr nach Helsinki

26. August ▪ Turku - Salo - Helsinki, 60 km mit dem Rad, 120 km mit der Bahn

Diese letzte Etappe in Finnland war aufgrund des Gegenwindes noch einmal anstrengend. Aus Turku heraus führten uns tolle Radwege, allerdings immer in der Nähe vielbefahrener Straßen.

Nach ca. 20 km leitete uns der Eurovelo 10 auf eine kleine Nebenstraße, der wir bis Salo folgten. Die Gegend war landwirtschaftlich geprägt, es gibt hier, im Gegensatz zum Norden, größere  Ackerflächen. 

Der Gegenwind ließ uns die 60 km durch das leicht hügelige Gelände wie 100 km erscheinen.

Unser Hotel in Helsinki
In Helsinki quartierten wir uns in einem interessanten Stadtviertel ein. Hier wurde eine Waggonfabrik zu Wohngebäuden umgebaut, alles sehr stilsicher und bestimmt nicht ganz billig. 
schickes Stadtviertel

Beim Nepalesen ließen wir den Tag, und langsam auch unsere Reise, bei leckerem und sehr scharfen Essen ausklingen.

Freitag, 25. August 2023

Turku

24. und 25. August ▪ Turku, 67 km (Andi)

Wir lernen die sehr schöne Stadt Turko kennen. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten, gute (und teure) Restaurants, Cafés, eine hervorragende Radinfrastruktur und viele schöne Parks.
Andi unternahm einen Ausflug auf die westlich gelegenen Schäreninseln einschließlich dem Städtchen Naantali. Auf der Landkarte sehen die vielen Inseln toll aus, in Wirklichkeit gibt aber auch viele Straßen und Autos.
Im Vergleich zum Norden sieht es hier fast schon wie in Deutschland aus: dichte Besiedelung, schicke Häuser, Golfplätze, Yachten, eben der pure Wohlstand. Nicht mehr so abenteuerlich wie bisher.

Mittwoch, 23. August 2023

Zugfahrt

22. und 23. August ▪ Kolari - Helsinki - Turku, 20 km Fahrrad, 1000 km + 170 km Bahn

Ein bisschen traurig war es schon, Abschied von Lappland zu nehmen. Aber es wird langsam kalt und auch die Tage werden kürzer.

Die letzten Kilometer zum Bahnhof fuhren wir sehr langsam, wie, um uns zu verabschieden. Es war eine schöne Zeit im Norden, auch wenn Andi, gerade zum Ende hin, gelegentlich Motivationsprobleme hatte.

Am Bahnhof stand bereits der Zug, 13 Wagen, davon einige zweistöckig und hinten 5 Autowaggons. So groß, dass er bis Oulu von 2 Dieselloks gezogen werden musste, ab dort reichte eine Elektrolok.
Wir haben eine Schlafkabine mit WC und Minidusche, klein, aber gemütlich und verbringen die Zeit stundenlang damit, aus dem Fenster zu schauen. Wälder, Wälder, Wälder ziehen vorbei... Viele Orte kennen wir, da wir dort dem dem Rad vorbei kamen.
Nach einer entspannten Nacht waren wir früh in Helsinki, gingen dort für 2 Stunden zum Frühstücksbufet bei Fazer (stellen auch Süßigkeiten her, wir sind Stammkunde) und weiter ging es mit dem IC nach Turku. Auf dem Bahnhof trafen wir noch einen finnischen Radler, der bereits mit uns auf dem Zeltplatz in Tromsø war, welch ein Zufall. Er ist über Narvik und Schweden zurück gefahren.

Die nächsten Tage verbringen wir im Gefängnis, zum Glück mit Freigang. Die Zellen haben sogar Balkon, der Stacheldraht ist unsichtbar. Wir sind jetzt 700 km weiter südlich, dies merkt man an den sommerlichen Temperaturen.
Abends in Turku
 

Montag, 21. August 2023

Wieder auf Achse

19. bis 21. August ▪ Rovaniemi - Pirttilammi Laavu - Wildcampen in Schweden am Tornionjoki nördlich von Pello - Wildcampen in Schweden am Munionjoki kurz vor Kolari, 78 km + 77 km + 74 km

4000 Kilometer offiziell
Von Rovaniemi aus fuhren wir am Ounasjoki nach Norden. Wir benutzten heute die östlich des Flusses verlaufende Straße, obwohl die offizielle Radroute aus unerklärlichen Gründen auf der anderen und stärker befahrenen Flussseite verläuft. Dies war ein sehr schöner Streckenabschnitt bei bestem Wetter und wenig Verkehr.

Unterwegs erreichten wir die 4000er-Marke, insgesamt waren es am Abend 4046 km.
4000 im 2. Anlauf
Die passende Schlaglochformation fanden wir erst einige Kilometer nach dem offiziellen 4000er.

Andi's subjektiver Vergleich Finnland mit Norwegen: Norwegen ist landschaftlich spektakulärer, das Auge kann sich nicht satt sehen und auch körperlich ist es herausfordernder. 

Finnland bietet das ruhige Fahren durch eine grüne Landschaft. Auf den Straßen herrscht meist wenig Verkehr, es gibt viele Radwege. Wir haben mehr Unterstände, meist mit Feuerholz, gefunden.

Im kleinen Dörfchen Meltaus gab es ein spätes Mittag in einem dieser zweckmäßigen Universalläden mit Tankstelle und Café.

Dann bogen wir nach Westen in Richtung Pello ab auf eine Schotterstraße, diese war gut befahrbar.
Bald fanden wir eine schöne, liebevoll gepflegte Laavu mit Bibliothek, Kinderschaukel, Hundebibliothek usw. am See.
Die Hundebibliothek
Wir trafen dort Gabi und Mark aus Landsberg, beide unterwegs mit einem wunderbar ausgebauten Mercedes-Transporter und saßen bis spät am Lagerfeuer. Wir sprachen über Gott und die Welt, auch diese Begegnungen machen Reisen so schön.

Eine kalte Nacht bis fast 0 Grad ließ uns zum ersten mal auf dieser Reise nachts frieren, am nächsten waren wir beide ziemlich müde.

Weiter ging es Richtung Westen auf wunderbarer und hügeliger Straße nach Pello. Dabei kamen wir an der Dorfbibliothek vorbei.

Die Steigungen waren z.T. ziemlich lang und Andi hätte am liebsten schon um 15 Uhr das Zelt aufgebaut. Am Straßenrand wuchsen viele Pilze.

Jedoch musste erst noch der nächste Supermarkt in Pello erreicht werden. Birken, Moore, einige wenige Häuser, Natur satt begleiteten uns bis dorthin.

Abends waren wir dann zum zweiten mal auf dieser Reise in Pello, diesmal fuhren wir auf der schwedischen Seite des Grenzflusses nach Norden.

Wir fanden einen schönen Schlafplatz auf einer großen Wiese im Wald am Fluss mit zwei halb verfallenen Häuser.

Es wäre schön romantisch gewesen, wenn wir nicht Besuch von Millionen von Mücken gehabt hätten. Diese ganz kleinen, lästigen...

Es wird wieder abends zeitiger dunkel und kalt, so dass wir relativ zeitig verschwanden.

Am Montag schliefen wir richtig schön aus. Die Mücken waren weg, die Sonne schien und so gab es bis 12 Uhr ein romantisches "Frühstück" auf "unserer" einsamen Wiese am Fluss. 
Gegen 13 Uhr ging es dann los, aber Andis Rad wollte weiter Pause machen und ließ nach 600 Metern die Luft ab. An dieser Stelle hatte in Tampere ein Glassplitter den Reifen durchdrungen. Also wurde ein Ersatzreifen aufgezogen. 

Beim Basteln leistete uns ein schwedischer Radler Gesellschaft. Er war in Malmö gestartet und wollte bis Karesuando fahren. Allein mit geschätzt 70 Jahren 2000 km Schweden von Süden nach Norden - Respekt.
Wir fuhren auf der schwedischen Straße 99, dem Andi hat es gefallen, für Sandi war es zu langweilig. 

In Pajala wurden die Vorräte aufgefrischt und kurz vor der finnischen Grenze fanden wir einen wunderbaren Platz zum übernachten - lichter Wald mit Blaubeerbüschen und vielen Pilzen am Fluss, dem Munionjoki.

Freitag, 18. August 2023

Gemütliche Busfahrt und Ruhetage in Rovaniemi

16. bis 18. August ▪ Tromsø - Rovaniemi, 600 km mit dem Bus

Laut Plan fuhr der Bus um 7 Uhr 10. Da wir uns nicht sicher waren, ob dies als finnische oder norwegische Zeit zu sehen war, erschienen wir um 6 Uhr norwegischer Zeit ... um 1 Stunde zu chillen.

Der Bus fuhr fast ausschließlich auf Straßen, die wir bereits kannten, beim heutigen Dauerregen war es im Bus auf jeden Fall gemütlicher.
Ein Teil des Straßenabschnittes, auf dem wir noch auf rauhem Schotter unterwegs waren, wurde mittlerweile asphaltiert. Dies wird hier gleich in sehr langen Abschnitten über einige Kilometer erledigt, bei vollem Verkehr.

Es fahren einige Wanderer mit, u.a. ein Berliner, der 190 km von Kilpisjärvi nach Abisko allein läuft.

Rovaniemi bei Nacht
Insgesamt ein gemütlicher und entspannter Tag. Wir freuen uns, dass wir in Rovaniemi sind, mittlerweile zum dritten mal.

Am Donnerstag trafen wir uns spontan mit Sabine und Uwe, zwei Weltenbummlern auf dem Rückweg vom Nordkap. Die Zeit mit den beiden verging wie im Flug.

Für uns hat Rovaniemi, obwohl keine besonders aufregende Stadt, irgendwie auch symbolische Bedeutung als das Tor zu Lappland. Wir fühlen uns wohl hier. Leider hat unser Lieblingscafè nicht überlebt und wir mussten uns ein neues suchen.


Rückreise

23., 24. und 25. Oktober ▪ Hendaye - Bordeaux - Strasbourg - Appenweiher - Chemnitz, ~200 + 1100 + 700 = 2000 km Zug, 53 km Rad Mit dem Auto...