Samstag, 30. September 2023

Bretagne

30. September ▪ Paris - Rennes - Morlaix - Saint Thegonnec, 600 km mit dem Zug, 40 km mit dem Rad 

Nach einem sehr zeitigen und hervorragenden Frühstück im Hotel waren wir gegen 8 Uhr am Bahnhof.

Der schicke TGV fährt die Strecke nach Rennes, mehr als 300 km, in 90 Minuten. Zeitweise mit 300 km/h.

Rennes ist die Hauptstadt der Bretagne, wir haben leider nur den schönen Bahnhof gesehen. Von dort brachte uns der TER (Reginalexpress) nach Morlaix.

Morlaix erkannten wir gleich anhand der imposanten Bahnbrücke wieder. Der direkte Weg zu unserem Quartier wäre nur 12 km lang gewesen, so unternahmen wir noch einen kleinen Abstecher nach Norden. Die Bretagne ist ein wunderschöner Landstrich, uns gefällt es sehr gut hier, auch wenn es etwas hügelig ist.

Saint Thegonnec wird von einer großen Kirche dominiert. Alles ist sehr gepflegt und es sind viele Touristen hier. Wir ließen den schönen Tag in der Auberge bei gutem Essen und einem Glas Wein ausklingen.

Freitag, 29. September 2023

Mit dem Taxi nach Paris

28. und 29. September ▪ Chemnitz - Berlin - Paris, 250 km Zug, 1.050 km Bus, 60 km Rad

Mit dem Taxi nach Paris - eigentlich: mit dem Flixbus nach Brest, das wurde jedoch noch nicht vertont.

Nach knapp 3 Wochen in Chemnitz setzen wir unsere Reise in Richtung Süden fort.

Direkt nach der Rückkehr aus Finnland war die Lust auf Radfahren recht verhalten aber nach einer Woche waren wir beide uns einig, dass die Reise weitergehen soll. Diesmal ohne Zelt und nur mit 2 Taschen pro Rad, in der Nachsaison sollte es wohl genügend Quartiere geben.

Wir folgen dem Eurovelo 1. Dies ist der Atlantikküstenweg, der über 11.000 km von Portugal bis an das Nordkapp führt. In Frankreich wird der Weg als La Vélodyssée bezeichnet. Wir haben sogar einen Bikeline-Radführer. Der französische Teil erstreckt sich über 1.290 km und führt von der Bretagne am Atlantik entlang bis an die spanische Grenze. Teile des EV1 kennen wir aus Norwegen, außerdem fuhren wir 2015 von Nantes nach St. Nazaire. Der Rest ist Neuland für uns.

Wir wären lieber mit der Bahn gefahren, dies ist aber mit Fahrrad nicht einfach und teuer. So sind es halt 2 Nachtfahrten mit dem Bus, mal sehen, wie wir damit zurechtkommen.

Die erste Busfahrt war einigermaßen angenehm. Der Bus war fast voll und fuhr sehr ruhig, so dass wir, so gut es ging, schliefen oder zumindest ausruhten.

Früh waren wir in Paris, nach ein paar Lockerungsübungen fuhren wir entlang der Seine, vorbei an der Notre Dame, welche gerade wieder aufgebaut wird, zum Eiffelturm. 2016 hatten wir die Notre Dame noch in voller Schönheit gesehen, jetzt ist sie von Baugerüsten umgeben. Mit riesigem Aufwand wird sie wieder restauriert.
Am Eiffelturm bekamen wir die lapidare Nachricht, dass der Flixbus nach Brest ausfällt.

Prima. 

Fahren wir eben mit der Bahn. Da für heute alle Radplätze ausgebucht waren, nahmen wir uns ein Hotel in Bahnhofsnähe und fahren morgen mit dem TGV. 

Donnerstag, 7. September 2023

Alles hat ein Ende

7. September ▪ Torgau - Riesa - Chemnitz, 72 km mit dem Rad, 75 km mit dem Zug

Wenn wir ein wenig traurig sind, dass die Reise nun zu Ende geht, dann ist sie wohl schön gewesen ;-)

Gegenwind und Hitze bis zu 30 Grad machten uns den Abschied etwas leichter. Heute wären die skandinavischen Wälder und Temperaturen schön gewesen.

Der Tag begann mit einem entspannten Frühstück am schönen Markt von Torgau.
Auf dem Elberadweg, heute durch Sachsen und Brandenburg begegneten uns wieder viele Gleichgesinnte, die meisten elektrisch unterwegs.

In Riesa gab es dann noch ein schönes Eis und dann wartete auch schon der Zug nach Chemnitz auf uns.
In Chemnitz sprach uns eine Frau an, und wir hatten ein schönes Gespräch. Sie ist Sängerin an der Oper und hat sich vor einigen Tagen ein Fahrrad zugelegt. Wir wünschen viel Spaß damit.

Nach 5110 Kilometern auf dem Sattel trafen wir zu Hause ein und freuen uns auf
- Treffen mit Freunden
- frische Kleidung, die man aus dem Schrank nehmen kann
- weitere Abenteuer

Mittwoch, 6. September 2023

Entspanntes Radeln in Deutschland

5. und 6. September ▪ Steckby - Lutherstadt Wittenberg - Torgau, 70 km + 93 km

In Deutschland lässt es sich so schön radeln, toll ausgebaute Strecken, freundliche Leute, wenig Verkehr, schöne Landschaft, viel zu sehen. Es fallen die sehr großen Felder auf. Etwas mehr Wald wäre schöner.

Der Weg führte uns über Dessau nach Wittenberg.

Diese Strecke sind wir schon mehrmals gefahren, doch ist sie immer wieder schön. Wir hatten allerdings mit der Hitze und dem Gegenwind zu kämpfen.
Begegnungen: ein Softwareentwickler mit seinem Enkel, der in Teilzeit in C++ MRT-Software und medizinische Software mit künstlicher Intelligenz entwickelt. Hut ab! 2 Schausteller, die an der Welt interessiert sind und deren Hund vor 2 Tagen gestorben ist.
Am nächsten Tag stellte Andi nach 5 km fest, dass er die Schlüsselkarte nicht abgegeben hatte. Also gab's noch ein paar Extrakilometer. Außerdem wurde beim Friseur die 11 Wochen alte "Mähne" gestutzt. Viel war es (leider) nicht, was da an Haaren abgeschnitten wurde ;-).

Auch heute wieder Hitze und Gegenwind, wir waren beide froh, als wir in Torgau eintrafen.

Kurz vor dem Ziel knackten wir die 5000 km (Andis Tacho), bei Sandra fehlen noch ca. 50 km, dies wird dann morgen nachgeholt.
Unsere letzte Übernachtung auf dieser Reise war in einem Motel im Gewerbegebiet. Alles ganz neu und modern, für relativ wenig Geld konnten wir dort gut schlafen.

Montag, 4. September 2023

Besuch beim Biber

3. und 4. September ▪ Burg - Steckby, 78 km
Traditionell führt uns fast jeder Aufenthalt in dieser Gegend zum Gasthaus "Biber" in Steckby.

Dieser Ort ist für uns ein Ort mit vielen positiven Erinnerungen. Vor mehr als 20 Jahren stand ich (Andi) auf der Autobahnbrücke der A9 über die Elbe und dachte: wie schön wäre es, diese Gegend nicht nur vom Auto aus zu erleben und durchzurasen. Dies taten wir dann auch oft, mit Milchstraßennächten, chillen am Elbufer, Wandern durch das Biosphärenreservat, radeln und einfach - leben und erleben.

Der "Radfahrgott", so es ihn gibt, tat heute noch einmal alles, um uns zum Weiterfahren zu bewegen (dies soll eigentlich unsere Abschlussetappe sein, ist noch zu entscheiden): bestes Wetter, eine sehr angenehme Strecke, ein schöner Aufenthalt im Café, nette Begegnungen.
Wir trafen 2 Radler, etwas jünger als wir, welche uns ansprachen. Wir freuten uns sehr, dass sie an unserer Art des Reisens interessiert waren.

Im Biber fühlen wir uns sehr wohl und ruhen uns einen Tag aus.

Freitag, 1. September 2023

In the middle of Nüscht

1. und 2. September ▪ Schnackenburg - Camping bei Werben - Burg, 61 km + 88 km

Eigentlich wollten wir heute in Havelberg übernachten. Doch wir erfuhren, dass dort ein Pferdemarkt stattfindet und alle Unterkünfte inkl. Campingplatz ausgebucht sind.
Also wechselten wir die Elbseite von Brandenburg nach Sachsen-Anhalt und sind damit in der Altmark. Diese Gegend ist für Andi mit besonderen Erinnerungen verbunden, da er als Kind jeden Sommer dort viele Wochen Urlaub mit seinen Großeltern auf dem Land verbrachte.

Ein Besuch dieses Dorfes (Erxleben) im letzten Jahr entzauberte die romantischen Erinnerungen etwas, da mittlerweile anstelle der Bauernhäuser Einfamilienhäuser stehen...

Beim Besuch im Café sahen wir das Buch "In the middle of Nüscht". Passt zur Gegend, da hier doch alles sehr weitläufig und naturbelassen ist, für uns einfach herrlich - Ruhe pur.

Unser Aufenthalt auf dem gepflegten Campingplatz war sehr angenehm, mit vielen Gesprächen, Andi bekam noch Schokolade und eine Bratwurst geschenkt.

Am nächsten Tag folgte eine doch recht lange Fahrt, die stellenweise eintönig auf Landstraßen, meist jedoch sehr schön am Elbdamm verlief. Die Elbe führt Niedrigwasser, so dass außer den Fähren keine Schiffe fahren. Die Vögel bereiten sich in großen Schwärmen auf ihren Flug nach Süden vor? Die Störche jedenfalls sind schon weg.

Im schönen Städtchen Tangermünde gab es ein Stück Kuchen, wobei der von uns favorisierte Konditor (Engel) sehr voll war, diesen heben wir uns für den nächsten Besuch auf.

In Burg schlafen wir in der alten Kaserne, welche sehr schön umgebaut wurde. Burg hat viel zu bieten, wirkte aber auf uns etwas verschlafen.

Rückreise

23., 24. und 25. Oktober ▪ Hendaye - Bordeaux - Strasbourg - Appenweiher - Chemnitz, ~200 + 1100 + 700 = 2000 km Zug, 53 km Rad Mit dem Auto...